Gründer

Dietrich Oppenberg, geboren am 29. Juni 1917 in Essen, war Gründer, Verleger und bis zu seinem Tod am 24. März 2000 Herausgeber der NRZ Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung.

„Er gehörte zu den Persönlichkeiten, die nach politischer Verfolgung im Dritten Reich den Aufbau der Bundesrepublik im Nachkriegsdeutschland mitgeprägt haben. Für ihn war klar, dass eine demokratische Gesellschaft ohne unabhängige freie Presse keinen dauerhaften Bestand hat“.
Zitat Heinrich Meyer, Geschäftsführer der RWV und Herausgeber der NRZ Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung

Nach dem Abschluss der Realschule 1933 absolvierte er eine dreijährige Lehrzeit in einer Essener Anwaltskanzlei. Sein Interesse galt daneben schon früh der Politik.

Er trat der damals verbotenen SAPD-Jugendorganisation Sozialistischer Jugend-Verband Deutschlands (SJVD) bei und wurde deshalb 1936 wegen verbotener politischer Betätigung (Vorbereitung zum Hochverrat) zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Aus der Haft entlassen wurde er für wehrunwürdig erklärt und stand bis zur Aufnahme einer Tätigkeit Mitte 1940 unter Gestapo-Aufsicht. Ausgerechnet bei der Rheinisch-Westfälischen Zeitung des völkischen Nationalisten und ehemaligen Essener Oberbürgermeisters (Juli 1933 bis April 1937) Theodor Reismann-Grone wurde es Oppenberg ermöglicht, in verschiedenen Bereichen zu arbeiten.

Nachdem im April 1945 die US-Amerikaner in das Ruhrgebiet einmarschiert waren, wurde Oppenberg die kaufmännische Leitung des Druckhauses im zerstörten Reismann-Grone-Haus übertragen. Ein Jahr später erhielt er von der britischen Militärregierung die Lizenz für die Neue Ruhr Zeitung (Essen), deren Verleger er bis zum Zusammenschluss mit der WAZ-Mediengruppe 1976 blieb. Ebenfalls seit 1946 beteiligte sich Dietrich Oppenberg maßgeblich am Aufbau des von ihm mitbegründeten Versorgungswerks der Presse, bei dem er von 1955 bis 1998 als Vorsitzender des Verwaltungsrats amtierte.

Oppenberg war überzeugt, dass die soziale Absicherung von Journalisten entscheidend dafür ist, dass diese ihren Beruf tatsächlich unabhängig und frei ausüben können. In der durch das Versorgungswerk gesicherten Altersversorgung sah er hierfür einen Garanten. Unter Oppenbergs Leitung erhöhte sich die Bestandsversicherungssumme des Werkes von 80 Millionen Mark auf 13,5 Milliarden D-Mark.

Er war zeitweilig Vorsitzender des Vereins Rheinisch-Westfälischer Zeitungsverleger, ab 1956 auch Mitglied im Deutschen Presserat, zu dessen Sprecher er mehrfach bis zum Jahre 1972 gewählt wurde.

Von 1964 bis 1975 war Dietrich Oppenberg Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Regionalpresse, danach ihr Ehrenvorsitzender.

1967/ 68 gehörte er einer Sachverständigen-Kommission (Günther-Kommission) an, die im Auftrag der Bundesregierung das Verhältnis von Pressekonzentration und Meinungsfreiheit in der Bundesrepublik untersuchte. Von 1982 bis 1998 war er Verleger der Verlagsgruppe Econ (Düsseldorf).

1992 wurde er in Anerkennung seiner Arbeiten auf kommunikationswissenschaftlichem Gebiet zum Ehrendoktor der Fakultät für Philosophie, Pädagogik und Publizistik der Ruhr-Universität Bochum ernannt. Den Ehrentitel Professor erhielt er ebenfalls 1992 von der nordrhein-westfälischen Landesregierung.

Am 29. April 1998 wurde Dietrich Oppenberg durch Bundespräsident Roman Herzog das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern verliehen. Überreicht wurde es stellvertretend durch Ministerpräsident Johannes Rau in der Düsseldorfer Staatskanzlei.